Donaubrücke Pöchlarn, Niederösterreich

Verifizierung der Lastabtragung in einer Kastenfundierung für Strompfeiler

Einblick in die Mechanismen der Lastabtragung in den Untergrund und deren langjährige Entwicklung vermittelt ein im Beton eingebettetes Messsystem, welches die zuvor in einer Forschungsarbeit an Modellversuchen ermittelten Zusammenhänge bestätigt, insbesondere das unterschiedliche Tragverhalten der Innen- und Außenpfähle sowie die Beteiligung der Rostplatte bzw. des von den Pfählen umschlossenen Bodens.

Während der Bauphase wird die Lastzunahme in drei Großbohrpfählen des Gründungskastens in jeweils fünf Tiefen mit drei Verformungsmessungen pro Horizont beobachtet. Mit Betondruckmessdosen werden die Lastanteile bestimmt, die jeweils durch den Pfahlkopf, den Pfahlfuß und die Pfahlrostplatte geleitet werden.

Strompfeiler mit beginnendem Freivorbau - Donaubrücke Pöchlarn, NiederösterreichStrompfeiler mit beginnendem Freivorbau Einbau der Pfahlkopfmessdosen im Strompfeilerkasten - Donaubrücke Pöchlarn, NiederösterreichEinbau der Pfahlkopfmessdosen im Strompfeilerkasten Pfahlfußmessdose vor dem Einbau - Donaubrücke Pöchlarn, NiederösterreichPfahlfußmessdose vor dem Einbau Pfahlfußmessdose am Bewehrungskorb vor dem Ablassen - Donaubrücke Pöchlarn, Niederösterreich –Pfahlfußmessdose am Bewehrungskorb vor dem Ablassen

Anforderungen an das geotechnische Messsystem:

  • In den Bewehrungskorb integrierbare Dehnungsaufnehmer
  • Am Fuß des Bewehrungskorbs zu befestigende Druckmessdosen
  • Installationsprozedur auf die Fläche eines Pontons abgestimmt
  • Verkabelungssystem tauglich für gestoßene Bewehrungskörbe
  • Messausrüstung widerstandsfähig gegen Betonageprozedur
  • Langzeitstabiles Messverfahren
  • Batteriebetriebene Datenerfassung

Verwendete Geräte von Geokon

  • Automatisches Messsystem zur Langzeitbeobachtung mit Schwingsaiten-Aufnehmern, bestehend aus 45 Bewehrungsmessern Typ 4911 zur Bestimmung der Lastabtragung in drei Messpfählen, angeordnet in jeweils 5 Messhorizonten pro Pfahl und 3 Messgeräten pro Horizont,
  • 6 Betondruckmessdosen Typ 4855, installiert jeweils am Kopf und am Fuß jedes Messpfahls, zur Registrierung des Drucks bei den zunehmenden Lasten des aufstrebenden Bauwerks.
  • 6 Betondruckmessdosen Typ 4850, installiert an der Unterkante des Pfahlrostes
  • Die Datenerfassung erfolgt mit einem Datenlogger Typ MICRO-10

Projekt Eckdaten

Zeitraum August 1997 bis Januar 2000
Messsystem 45 Bewehrungsmesser Typ 4911
6 Betondruckmessdosen Typ 4855
6 Betondruckmessdosen Typ 4850
57 Thermistoren zur Temperaturmessung Typ 3800
1 Datenlogger Typ MICRO-10 mit Multiplexer
Ergebnis-Visualisierung: Erfassung von 114 Sensorsignalen mit lokaler Zwischenspeicherung und Datenauslesung vor Ort via Notebook
Performance automatische Registrierung der Betonverformung entlang der drei Messpfähle in der Tiefe und des Betondrucks am Kopf und am Fuß der Messpfähle sowie an der Unterkante des Pfahlrosts als Folge der zunehmenden Lasten des aufstrebenden Bauwerks
Auftraggeber / Bauherr Niederösterreichische Landesregierung, St. Pölten
Planer/ Gutachter Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. H. Brandl, Institut für Grundbau und Bodenmechanik, Technische Universität Wien