Marienkirche, Lübeck

Großbaustelle erfordert instrumentierte Ankerstreben als Frühwarnsystem

Das über 700 Jahre alte Bauwerk wurde durch einen Brand im Jahr 1942 so stark beschädigt, dass es mit Ankerstreben durch eine Art statisches Korsett zusammengehalten werden muss. Die Abmessungen der Kirche sind beachtlich: Länge 104 m, Höhe der Türme 125 m, Höhe und Breite des Mittelschiffes 38,5 m x 12,6 m.

Eine in unmittelbarer Nähe auszuhebende Baugrube kann Veränderungen im Fundamentbereich der Kirche und durch Setzungsvorgänge unliebsame Zusatzbelastungen für das wertvolle Bauwerk bedeuten.

Zur Früherkennung von Belastungsänderungen werden die Ankerstreben instrumentiert. Zwei Jahre bevor die Bauarbeiten beginnen, wird die Stahldehnung der Ankerstreben kontinuierlich registriert, um das thermisch bedingte Eigenleben des Bauwerks zu ermitteln und von späteren, baubedingten Zusatzverformungen unterscheiden zu können.

Marienkirche, LübeckMarienkirche, Lübeck Anordnung der Messstellen - Marienkirche, LübeckAnordnung der Messstellen - Marienkirche, Lübeck Strebebögen - Marienkirche, LübeckStrebebögen - Marienkirche, Lübeck Punktschweissen der Messfühler - Marienkirche, LübeckPunktschweissen der Messfühler - Marienkirche, Lübeck Datenlogger-Parametrierung - Marienkirche, LübeckDatenlogger-Parametrierung - Marienkirche, Lübeck

Anforderungen an das geotechnische Messsystem:

  • Miniaturisierte Messgeräte passend für die schlanken Ankerstreben
  • Langzeitstabile, punktgeschweißte Applikation
  • Getrennte Messung der Stahldehnung und der Temperatur
  • Installation unsichtbar für Besucher der Kirche
  • Automatisierte, batteriebetriebene Messung mit lokaler Speicherung
  • Entnehmbares und transportierbares Speichermodul

Verwendete Geräte von Geokon

  • Automatisches Messsystem zur Langzeitüberwachung von Ankerstreben mit Schwingsaiten-Aufnehmern, bestehend aus 15 Miniatur-Stahl-Dehnungsmessern, durch Punktschweißen appliziert, mit integriertem Thermistor zur Temperaturmessung
  • Ausführung der Messung und lokale Speicherung der Ergebnisse mit einem Datenlogger Typ MICRO-10

Projekt Eckdaten

Zeitraum April 1992 bis September 1992
Messsystem 15 Dehnungsmesser Typ 4100
1 Datenlogger Typ MICRO-10 mit Multiplexer und mobilem Speicher
Ergebnis-Visualisierung: Durch Übertragung der Messergebnisse aus dem Speichermodul auf einen PC und grafischer Darstellung der Stahldehnung und der Temperatur in Sequenzen über der Zeit mit vorgefertigten Makros der mitgelieferten Auswertesoftware.
Performance Registrierung der Längsverformung an Stahlstreben in 15 Messstellen zur Ermittlung des regulären Bauwerksverhaltens vor dem Beginn der benachbarten Baumaßnahmen und zur baubegleitenden und nachträglichen Überwachung zwecks Früherkennung von Anomalien
Auftraggeber Karstadt AG, Essen
Planer Erd- und Grundbau-Institut, Hamburg